Ein Mal Helsinki und zurück bitte!
Vergangenen Samstag war ich mit Sebastian, auch ein Praktikant aus Deutschland hier in Tallinn, in Helsinki. Wir haben uns ganz früh aufgemacht um die Fähre zu bekommen. 7:30 Uhr war schon Abfahrt von Tallinn. Und die Wetterprogonosen haben gestimmt, leider. Es hat geschifft. Fast den ganzen Tag. Sei es drum, sagten wir, wir waren beide schon mal bei Sonnenschein da und kennen Helsinki auch aus dieser Perspektive. Auf dem Schiff, das ja nur circa 2 Stunden unterwegs ist, haben wir dann die ersten Ziele für den Tagesausflug geplant.
Angekommen sind wir um 9:30 Uhr, also recht zeitig, bei Dauerregen. Wir sind dann erstmal in Richtung Zentrum marschiert und haben erstmal in der großen weißen Kathedrale eine Verschnaufpause eingelegt. Da waren meine Schuhe ürigens schon vollkommen durchnässt. Dann sind wir erstmal in die Touriinfo und haben geschaut, welche Ziele noch so bei Regen anlaufbar sind. Ein kleines Päuschen in einem Café musste natürlich auch gemacht werden. Dort haben wir dann beschlossen, dass wir eine Führung durch das finnische Parlament mitmachen.
Diese Führung sollte nach Touri-Info um 12 Uhr stattfinden. Viertel vor haben wir uns auf dem Weg dahin gemacht. Als wir sahen, dass es doch weiter ist als wir dachten, sind wir den Rest gejoggt um dann nur zu erfahren, dass die Führung erst um halb stattfindet. Toll, dachten wir uns. Naja, jetzt waren wir wenigsten richtig wach.
Dann waren wir aber rechtzeitig da und haben die interessante Fürhung mitgemacht. Ein bisschen PoWi darf man ja auch am Wochenende sein :-) Damit fertig, hatte Sebastian erstmal Stress sein Handy zu wiederzufinden, denn dass durfte man dort nicht mit reinnehmen. Gefunden hat er es nicht und war dann entsprechend bedient. Naja, aber es musste weitergehen und wir hatten Hunger. Also haben wir uns was gesucht, mit dem Ziel: Was finden, was es nicht jeden Tag in Tallinn gibt. Und wir sind fündig geworden: Ein Express-Restaurant für, ja... War es indisch!? Ich glaub ja, jedenfalls hat es voll gut geshmeckt und hat "nur" 11 Euro gekostet. Aber für Helsinki geht das eigentlich schon.
Sebastian hat das Handy keine Ruhe gelassen und er hat dann anschließend nochmal seine ganze Tasche durchgewühlt. Und zuversichtlich wie ich war, hat sich meine Behauptung bestätigt, dass es sich anfinden wird! Basty war wieder fröhlich :-)
Danach, es regnete natürlich immernoch, war unsere nächste trockene Anlaufstelle die Felsenkirche. Das ist eine Kirche, mitten in der Stadt, die in einen Felsen gebaut ist. Dafür hat man wohl ein Riesenloch in solch eine Felsen gesprengt und ein Dach drauf gepackt. Mal was anderes eben. Anschließend sind wir dann ins finnische Nationalmuseum gegangen.
Und dann war die Zeit auch schon wieder rum. 18:30 sollte die Fähre wieder abfahren und uns nach Hause nach Tallinn bringen. Auf dem Weg zum Hafen, wir wissen auch nicht warum, muss uns jemand die Zeit gestohlen haben. Die letzten 2-3 Kilometer, wobei der genaue Streckenverlauf erst noch hastig auf Femdsprech ;-) erfragt werden musste, haben wir wieder im Run zurückgelegt. Entprechend ausgepowert kamen wir am Termnal an, nur um festzustellen, dass eine ganze Mengen Finnen auch mit wollen. Wir hätten also auch in Ruhe gehen können. Naja, wat solls!
Aber echt, die Fähre war voll. Krass, wie viele am Samstag-Abend nach Tallinn wollen. Der Grund liegt wohl darin, so haben wir uns ausgemalt, dass die Finnen mal gerne einen heben und dafür ins günstige Tallinn schippern. So waren viele auch mit lustigen Trolley-Koffern und Wägelchen ausgestattet, auf denen man leicht die Bierchen und Wodkachen, die man dort einkauft, verstauen kann. Die Fahrt war aufgrund der Wetterlage, es stürmte auf offener See, spannend. Den ganzen Sauftouristen war das egal, sie haben sich an eine der zahlreichen Bars gepackt und zügig die alkoholischen Getränke konsumiert und karaokisiert. Manche waren gut, manche krottenschlecht!!! Das alles hat nicht dazu beigetragen, dass es mir gut ging :-) Der Wellengang war einfach heftig. Es krachte teilweise errschreckend laut gegen das Schiff. Es war ja ein Riesenkahn, aber dennoch den Gewalten ausgesetzt. Erst in der ruhigen Bucht von Tallinn ging es meinem Magen wieder besser. Geschuldet war das natürlich dem dauernden und unentschiedenen Wellengang in alle möglichen Richtungen...
In Tallinn, 3,5 h Stunden nach Abfahrt angekommen, mussten wir feststellen, dass die meisten wohl nur aus Spaß an der Freude und aufgrund des etwas günstigeren Alkohols die Reise angegangen sind, denn die sind gar nicht erst von Bord gegangen, sondern haben weiter gefeiert. Schräg!!! So günstig war es auf dem Schiff auch nicht, aber immerhin günstiger als im finnischen Alko-Laden. Begrüßt wurden wir von der estnischen Seite dann noch mit einem schönen Feuerwerk. Schöner Tagesausflug. Nass und erschöpft von der ganzen Kultur :-) haben wir uns dann in unsere Behausungen begeben.


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