Letztes Wochenende hat es also geklappt, Vilnius mal zu verlassen und ein wenig vom Land zu sehen. Am Freitag Nachmittag habe ich das von mir organisierte Mietauto abgeholt. Schönes Teil - neuer VW Sharan (Minivan) von 2007. Also viel Platz für uns fünf Leute. Wer waren die anderen: Nun, einmal Alex, der in der Botschaft arbeitet und den ich das vorherige Wochenende kennen gelernt habe. Dann eine weitere Praktikantin (auch bei der Botschaft) Liane und ihr Deutschlandbesuch. Insgesamt also 5 abenteuerlustige Leute.
Die Truppe
Das Auto
Am Freitag Abend haben wir uns in Ville (Vilnius) getroffen und besprochen, was wir so machen wollen. Dann ging es Samstag Morgen los gen Westen. Wetter war mäßig in Vilnius. Auf der Fahrt nach Klaipeda (ehemals dt. Memel) an der litauischen Ostseeküste haben wir so ziemliche jedes Wetter gehabt. Sonne, Regen und Schnee. Am frühen Nachmittag sind wir dann also im ca. 300 km westlich von Vilnius gelegenen Klaipeda angekommen. Bei einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit (;-) von maximal 110 km/h auf der "Autobahn" dauert das ebenso seine Zeit. Der erste Gang war in die Touri-Info, was ich eigentlich nie mache, aber es hat sich als ganz positiv herausgestellt.
Eigentlich wollten wir dort nur "Klaipeda in your pocket" kaufen, so ein kleine Informationbroschüre mit tollen Tipps was man machen kann, wo man übernachten und essen kann. Dann haben wir aber nach einer günstigen Unterkunft gefragt. Der Mitarbeiter war ziemlich hilfsbereit und hat uns gleich vorgeschlagen ein Appartment zu mieten. Gesagt getan! Wir waren alle sehr gespannt, was es für günstiges Geld so geben kann und wurden dann echt überrascht. Für 14 Euro pro Person (ausgerechnet) haben wir eine Wohnung in der Altstadt bekommen, die sehr modern eingerichtet war, mit 3 Schlafzimmern, Wohnzimmer mit offener Küche und Flat-TV sowie ein Bad. Ein echtes Schnäppchen würd ich sagen. Die haben wir dann 15 Uhr bezogen.
Nun hieß es noch den restlichen Tag zu füllen. Der Entschluss war schon in Vilnius gefallen: Wir müssen auf die Kurische Nehrung. Eine langezogene Halbinsel, die in Russland (russische Enklave Kaliningrad) an das Festland angebunden ist und vor der Küste Klaipedas endet und somit ein Haff bildet. Dort gibt es eigentlich eine echte Dünenlandschaft zu sehen, mit einer großen Wanderdüne, die auch schon mehrmals Orte unter sich begraben hat. Warum "eigentlich"!? Kommt noch!
Wir also mit der Fähre von Klaipeda übergesetzt. Dann sind es vom Hafen nocheinmal circa 50 Kilometer bis nach Nida (wo ich schon im Sommer zusammen mit Alex und Benny war). Die Fahrt war schon spannend für mich als Fahrer. Es wechselten sich ab Schnee und Regen und damit waren die Straßen teilweise extrem überflutet. Ich glaube die Passagiere waren eher - nun sagen wir - besorgt, ob ich das alles managen kann. Aber es war wirklich nicht glatt und somit musste man nicht unbedingt mit 30 km/h fahren *gg*. Da wären wir ja nie angekommen und die Dämmerung setzte auch langsam ein.
Das Wetter wurde immer schlimmer. Jetzt kam aber noch extremer Wind hinzu. Naja, trotzdem wollten wir wenigstens etwas sehen und sind dann auch mal auf einer Düne ausgestiegen und ein wenig rumgelaufen, denn ganz umsonst sollte ja alles auch nicht sein. Nach nicht mal zehn Minuten waren wir zurück im Auto. Wir waren wirklich von hinten und vorne nass, der Schneeregen hatte eine solche Geschwindigkeit, dass es weh tat, wenn man ihn ins Gesicht bekam. Davon gibts auch keine Fotos, weil die Kamera nach 30 Sekunden im Po gewesen wäre!
Zurück im Auto. Sitzen wollte man eigentlich nicht, weil es sehr unangenehm ist, sich in nassen Sachen, aber was blieb uns anderes übrig. Heizung auf Glühen gesetellt! Dann haben wir eine kleine Rundfahrt in Nida gemacht. Aussteigen wollte bei dem Sauwetter niemand mehr. Wäre auch mit 100%iger Sicherheit eine Erkältung geworden. Also ging mehr oder weniger unverichteter Dinge zurück Richtung Fähre und nach Klaipeda. Alle wollten in warme Sachen wechseln. Also kurz noch eine Einkauf im "iki" für Abendbrot und danach *g*.
Am nächsten Tag, dann wider Erwarten am Morgen sogar Sonne und ein fast wolkenfreier Himmel. Nach nem reichlichen Frühstück und einem Rundgang in Klaipeda sind wir dann weiter gezogen. Nach Palanga, einen Badeort weiter nördlich von Klaipeda. Wie gesagt, bei diesemal echt gutem Wetter. Wir waren am Strand, haben dort ohne Erfolgt Bernstein gesucht und angeschwemmtes Strandgut inzpiziert (siehe Foto) und sind so etwas durch den Ort gelaufen. Dann haben wir uns wieder Richtung Vilnius aufgemacht. Und, natürlich musste es wieder anfangen zu schneien!!! Aber gut, die Straßen waren relativ frei. Am Abend waren wir zurück in Vilnius und haben den Tag mit einem gemeinsamen Abendessen mit litauischen Spezialitäten ausklingen lassen.
Hotel in Palanga
Endlich Sonne und Strand, aber leider zu kalt!
Strandgut (nicht ich, aber das was ich halte :-)
Fische gestrandet und geangelt von fleißigen Litauern


Ich fand das ganze Wochenende echt Spitze, trotz des eher überwiegend schlechten Wetters. Zum einen, weil ich mal andere Leute kennen gelernt habe und eine schöne Zeit hatte. Davor war ich ja fast immer auf mich allein gestellt, weil ich ja niemanden kannte. Zum anderen aber auch, weil wir doch mal was unternommen haben, das Land entdeckt haben etc. Also empfehlen kann ich die Kurische Nehrung, bei schönem Wetter und Palanga. Klaipeda ist eherlich gesagt weniger interessant. Das kann aber auch daran liegen, dass zum einen gerade viel gebaut wird und auch nicht unbedingt Saison war.